Landkarte - Kreis Odenwald

Sieger Schmucker-Kreispokal 2016/2017: KSG Rai-Breitenbach
OHZ-Bericht vom 26. März 2017 (Lutz Heider)

KSG Rai-Breitenbach wird erstmals Kreispokalsieger

SANDBACH - Erstmals in ihrer Vereinsgeschichte haben die Kreisoberliga-Fußballer der KSG Rai-Breitenbach den Odenwälder Kreispokal-Wettbewerb gewonnen. Am Mittwochabend bezwangen sie vor knapp 400 Zuschauern in Sandbach den Gruppenligisten VfL Michelstadt mit 1:0, nachdem es zur Halbzeit noch 0:0 gestanden hatte. Das Tor des Tages erzielte Timm Heusel in der 65. Spielminute.

„Die Mannschaft, die den Sieg mehr wollte, hat deshalb auch verdient gewonnen“, sagte Rai-Breitenbachs Spielertrainer Benjamin Bertholdt nach dem Finale und brachte das Spielgeschehen auf den Punkt. Zutreffend auch das kurze Statement von VfL-Trainer Nikola Stefanovski: „Das war ein ganz schlechtes Spiel von uns.“

Insgesamt war es keine Partie, die auf hohem Niveau stand. Ganz im Gegenteil. Die Rai-Breitenbacher operierten defensiv mit zwei Vierer-Ketten. „Dagegen haben wir uns sehr schwer getan“, sagte VfL-Sprecher Holger Sievers. Michelstadts Stürmer Stefan Stefanovski und Daniel Breitwieser, die an einem guten Tag eine Abwehr ganz alleine auseinandernehmen können, kamen kaum zur Entfaltung. Vor allem das Zusammenspiel der beiden Torjäger klappte überhaupt nicht.

Stefanovski hatte seine beste Szene, als er in der 17. Spielminute mit einem feinen Pass in den 16-Meter-Raum Roman Schiedlowski in Schussposition brachte, dieser auch sofort aus der Drehung abzog, doch am glänzend reagierenden Oliver Scheidler im KSG-Tor scheiterte.

Das Spiel war arm an weiteren Torchancen. Auf beiden Seiten gab es einige Fernschüsse zu sehen, aber keiner war wirklich gefährlich. Die Rai-Breitenbacher probierten es oft mit langen Bällen aus der eigenen Abwehr, doch die pflückte meistens Michelstadts Schlussmann Oguzhan Temur herunter.

Erstmals im Fokus stand Schiedsrichter Manuel Tauber (Roßdorf) Mitte der ersten Halbzeit, als er kurz hintereinander gleich zwei Handspiele von KSG-Spielern übersah. Eines davon war im Strafraum. „Ja, dem Michael (Kurek. Anm. der Red.) ist der Ball an die Hand gesprungen und es hätte Elfmeter geben müssen“, räumte Benjamin Bertholdt später fair ein: „Aber um Titel zu holen, muss man manchmal auch Glück haben. Das haben auch ganz andere Mannschaften schon gehabt.“

Gegen Ende des ersten Durchgangs traute sich der Kreisoberligist mutiger nach vorn, blieb aber ohne Abschluss.

Auch nach dem Seitenwechsel war es ein blutleerer Auftritt des Favoriten aus Michelstadt. Der Gruppenliga-Vertreter hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, machte jedoch zu wenig daraus, weil der letzte Pass nicht ankam. Dazu kam noch das Pech, dass der Unparteiische ebenfalls nicht seinen besten Tag erwischt hatte. In der 55. Minute hätte es erneut Strafstoß für den Gruppenligisten geben müssen, als Roman Schiedlowski von Michael Kurek von den Beinen geholt wurde. Es war die klassische Elfmeter-Situation: Schiedlowski legte den Ball im Strafraum an Kurek vorbei, dieser grätschte zu spät und erwischte nur die Beine. Tauber ließ auch diesmal weiterspielen.

Und dann kam es für den VfL, wie es kommen musste. Nach einer weiten KSG-Flanke aus dem Mittelfeld gingen Torwart Temur und Julian Rudel nicht entschlossen genug zum Ball, und Timm Heusel erwischte die Kugel zwar auch nicht voll mit dem Kopf, aber die Richtungsänderung reichte, um den Ball im Schritttempo neben dem Pfosten über die Linie rollen zu lassen (65.) – 1:0.

Michelstadts Team versuchte, den Druck zu erhöhen. Doch die KSG-Spieler warfen sich in jeden Zweikampf und holten alles aus sich heraus. Die Fehlpass-Quote der Michelstädter – ein Kopfball knapp über das Tor von Stefanovski (77.) war ihre letzte Großchance – blieb hoch. Fast wäre gar noch das 2:0 gefallen, als ein Sololauf von Stephan Geist über das halbe Spielfeld erst von Michelstadts Keeper gestoppt wurde (88.). Gegen Ende machten sich dann beim VfL der Frust und der Ärger über den Schiedsrichter breit. Zunächst musste Stefan Stefanovski nach Reklamieren mit Gelb-Rot vom Platz (90.), und in der Nachspielzeit sah auch noch Temur nach Schiedsrichter-Beleidigung die Rote Karte. Den Rai-Breitenbachern konnte es letztlich egal sein, denn unmittelbar danach wurde das Spiel beendet. Sie jubelten mit ihren zahlreichen Anhängern ausgelassen.

Benjamin Bertholdt, am 14. Mai 35 Jahre alt geworden, zur nächsten Saison: „Das ist ein geiler Verein mit geilen Spielern. Da hängen wir beiden Alten (Michael Kurek wird in diesem Jahr 37. Anm. der Red.) gerne noch ein Jahr dran.“

KSG Rai-Breitenbach: Scheidler – Reppe, Schwandt (90. de Antonio), Heusel, Romera-Garcia, Bertholdt, Kurek, Geist, Pereira-Costa, Kocer, Pereira.

VfL Michelstadt: Temur – Cucu, Rudel, Korndörfer, Kanat, Schiedlowski, Klostreich (64. Wüst), Breitwieser, Reubold, Stefanovski, Bezirkan (78. Latal).

KSG Rai-Breitenbach, T. Heckmann von der Brauerei Schmucker (3. v. Links), Kreisfußballwart W.Paulus (2. v. Rechts) und Klassenleiter H.Schwöbel (1. v. Rechts)
Von Links: P. Schwandt (KSG Rai-Breitenbach), T. Heckmann (Brauerei Schmucker), J.Diehl (KFA Odw), H.Schwöbel (Klassenleiter) und W.Paulus (Kreisfußballwart)
Von Links: T. Heckmann (Brauerei Schmucker), J.Diehl (KFA Odw), H.Schwöbel (Klassenleiter), W.Paulus (Kreisfußballwart) und ? (VfL Michelstadt)