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Landkarte - Kreis Odenwald

Fußballnacht: Mit dem Sport ein Zeichen setzen
Integration: Fünfte Erbacher Fußballnacht steht unter dem internationalen Motto "Unite against racism" und verzeichnet mit 24 Mannschaften eine Rekordbeteiligung

Zeichen setzen gegen Rassismus: Schulsozialarbeiter Alexander Carrasco Torres (links) und sein städtischer Amtskollege Gerhard Müller (Mitte) übergaben Kreisfußballwart Wilhelm Paulus während der fünften Erbacher Fußballnacht UEFA-Spielführerbinden für das Integrationsprojekt „Unite again racism".<br><b>Foto:</b> Horst Kamke

"Unite against racism" (Vereint gegen Rassismus) war die fünfte Auflage der Fußballnacht in der Halle der Schule am Sportpark überschrieben. ,,Diese Veranstaltung ist ein Erfolgsmodell", lobte der Erbacher Bürgermeister Harald Buschmann das Turnier, das eine Rekordbeteiligung meldete: Um die Pokale und Medaillen spielten insgesamt 24 Mannschaften, darunter sieben Mädchenteams.

Dort siegten die ,,Sheroes". Offenbar wirkt es als Motivationsschub, dass 2011 die Fußballweltmeisterschaft der Frauen in Deutschland ausgetragen wird. Der Deutsche Fußballbund (DFB) bildet dazu Assistentinnen aus, die in den Vereinen für die Etablierung von Mädchen- und Frauenteams werben sollen. Im Zuge der Fußballnacht übergab Yvonne Gärtner fünf Assistentinnen ihre Lehrgangsurkunden.

In der Altersgruppe der Jüngeren setzte sich ,,Bet 3000" durch, bei den Älteren ,,Super Saiyajins". Alle Spielführer trugen Armbinden, die mit dem Motto der Anti-Diskriminierungskampagne bedruckt waren. Sie waren offiziell vom Europäischen Fußballverband Uefa zur Verfügung gestellt worden.

In Zusammenarbeit mit Kreisfußballwart Wilhelm Paulus sollen im Odenwaldkreis 260 Mannschaften von den Bambini bis zu den Senioren mit diesen Spielführerbinden ausgestattet werden, um sich öffentlich zur Integration von Migranten zu bekennen. ,,Eine derartige Aktion ist bundesweit einmalig", freute sich Paulus, als der Jugendsozialarbeiter der Stadt, Gerhard Müller, und sein Amtskollege an der Schule am Sportpark, Alexander Carrasco Torres, ihm die Armbinden übergaben.

Die beiden Sozialarbeiter organisierten das Turnier, das inzwischen fester Bestandteil ihres Projekts ,,Fußball und Musik" geworden ist. Gerade diese Sportart, so die Organisatoren in ihrer Projektbeschreibung, ,,hat schon zahllosen Menschen den Weg in die Gesellschaft geebnet". Wer in einer Mannschaft gemeinschaftlich trainiere und um den Sieg kämpfe, ,,überwindet sehr schnell kulturelle und ethnische Barrieren".

Fußball wirke als Antrieb zur Integration: Er vermittle über die körperliche Erfahrung hinaus soziale Werte, helfe Bindungen zu knüpfen und biete die Chance, Anerkennung zu finden. Durch die Uefa-Binden werde das lokale Gemeinschaftsprojekt zwischen Schule und Stadt kreisweit präsent und erfahre dadurch eine große Aufwertung. Unterstützt wird es außerdem durch entsprechendes Begleitmaterial, damit sich die Odenwälder Fußballvereine über ihre Möglichkeiten gegen Rassismus und Diskriminierung informieren können.

OHZ-Bericht vom 22.03.2010 - hoka