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Sieger Schmucker-Kreispokal 2010/2011: VfL Michelstadt

OHZ-Bericht vom 25. Juli 2011 (von Bernd Köbler):

VfL Michelstadt triumphiert mit 2:1Fußball-Kreispokal: Nico Daum verschießt 90 Sekunden vor dem Abpfiff für SV Lützel-Wiebelsbach Foulelfmeter

Der knappe 2:1(1:1)-Erfolg war ein hartes Stück Arbeit für den VfL Michelstadt, denn der SV Lützel-Wiebelsbach zog sich sehr gut aus der Affäre." Unmittelbar nach dem Schlusspfiff des Kreispokalendspiels 2010/11 gestern zwischen dem SV Lützel-Wiebelsbach und dem VfL Michelstadt ließ es sich der Michelstädter Bürgermeister Stefan Kelbert nicht nehmen, um trotz des am Ende der Partie immer stärker werdenden Regens den VfL-Kickern per Handschlag zum Cupgewinn zu gratulieren.

Doch der Sieg des Kreisoberligisten hing am seidenen Faden: Auf dem Kunstrasenplatz in Günterfürst hätten die klassentieferen Lützel-Wiebelsbacher den ab der 59. Minute wegen des Platzverweises gegen Vitali Schitz (Gelb-Rot) in Unterzahl agierenden Favoriten um ein Haar in die Verlängerung gezwungen, doch Nico Daum versagten 90 Sekunden vor dem Abpfiff von Schiedsrichter Heiko Langhammer aus Königstädten die Nerven, als er einen Foulelfmeter nicht zum 2:2 verwandeln konnte. VfL-Keeper Finn Rucktäschel hatte zuvor mit übermotiviertem Einsteigen den eingewechselten Nico Stieber im eigenen Strafraum von den Beinen geholt. Auch Michelstadts Coach Marco Leher sprach kurz nach Spielschluss von einer unnötigen Aktion seines Keepers: „Er hat seinen Fehler mit dem gehaltenen Strafstoß wieder wett gemacht, aber daraus muss er lernen.“

Die erste richtig gute Torchance besaß der A-Ligist in der elften Spielminute, als Sebastian Amend nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld den Ball mit dem Kopf um Zentimeter neben den Pfosten setzte. Die Michelstädter brauchten eine Anlaufzeit, bevor sie nach etwa 20 Minuten die ersten zwingenden Spielzüge vortrugen.

Nachdem Stefan Stevanovski – auffälligster Akteur beim Kreisoberligisten – mit einem Freistoß das Tor nur knapp verfehlte (16.), hatte Immanuel Wüst wenig später den Führungstreffer auf dem Fuß, doch der frei auf das SV-Gehäuse zulaufende Stürmer scheiterte am prächtig reagierenden Torhüter Andi Sichelmeier (22.). Michelstadt ging dann in der 28. Minute in Führung, als der Lützel-Wiebelsbacher Deckung nie auszuschaltende Daniel Breitwieser von der Grundlinie in den Strafraum passte und Sichelmeier zunächst reflexartig mit der Hand abwehrte. Doch der nachsetzende Viktor Klostreich nutzte die Verwirrung vor dem Tor und drückte das Leder schließlich über die Linie.

Jetzt schien die Partie zu Gunsten des VfL Michelstadt zu laufen, doch der A-Liga-Dritte blieb hellwach und suchte weiter seine Chance. Die bot sich kurz vor dem Halbzeitpfiff, als sich VfL-Verteidiger Vitali Schitz vor dem eigenen Sechzehnmeterraum auf ein Dribbling gegen Rafael Kurek einließ, den Ball prompt verlor und der SV-Spielertrainer die Möglichkeit eiskalt zum 1:1 nutzte (43.).

In der zweiten Halbzeit tat sich zunächst nicht viel, ehe Schitz zur tragischen Figur dieser Partie wurde: In der 57. Minute bereits verwarnt, leistete sich der VfL-Verteidiger keine 120 Sekunden später ein überflüssiges Foul im Mittelfeld, worauf der Unparteiische die Ampelkarte zückte. „In Unterzahl haben die besser gespielt als mit elf Mann, deshalb ist der Sieg auch nicht unverdient.“ Dieser Einschätzung von Stefan Kelbert dürfte sich auch die Mehrzahl der neutralen Zuschauer angeschlossen haben, zumal der VfL wenig später eine dicke Gelegenheit besaß, als Daniel Breitwieser den gerade erst eingewechselten Marc Breimer mustergültig freispielte, doch der jagte die Kugel knapp über den Querbalken (65.). Wenig später war es aber soweit: Stefan Stevanovski bediente Breitwieser mit überlegtem Querpass, und der verwandelte aus kurzer Entfernung zum 2:1 (68.).

Doch Lützel-Wiebelsbach steckte keineswegs auf, obwohl es mit Agca Selcuk, für den es in der 52. Minute wegen einer Oberschenkelzerrung nicht mehr weiter ging, einen wichtigen Mittelfeldspieler ersetzen mussten. Die dicke Chance zum vorentscheidenden 3:1 hatte Stefanovski auf dem Fuß, als er mit seiner Direktabnahme am beherzt heraus eilenden Sichelmeier scheiterte (83.). Dem folgte die eingangs erwähnte Szene, als Finn Rucktäschel dem Lützel-Wiebelsbacher Nico Stieber von den Beinen holte.
Die Schlussoffensive des tapfer kämpfenden A-Ligisten, der in der dreiminütigen Nachspielzeit bei prasselndem Regen noch einmal alles nach vorn warf, brachte Michelstadt aber nicht mehr in Gefahr.