Lothar Werner (TSV Zierenberg) beendet seine sehr langjährige Tätigkeit im Jugendbereich

01. Juni 2020 · Kreis Hofgeismar Wolfhagen · von: Reinhard Michl / HNA

Ein beispielhaftes ehrenamtliches Engagement im Bereich der Nachwuchsarbeit im Fußball neigt sich dem Ende zu. Lothar Werner vom TSV Zierenberg, der auch noch Mitglied des FSV Wolfhagen ist, hört als Jugendtrainer und Betreuer auf.

Ohne Unterbrechung, 48 Jahre lang, hat sich der heute 67-jährige mit Haut und Haaren der Ausbildung, Förderung und Betreuung im Jugendfußball verschrieben. In den vergangenen 28 Jahren prägte er den Mädchenfußball in Zierenberg, und war in der gesamten Region für sein Engagement bekannt. Jetzt ist für ihn Schluss, „wobei mir dieser Entschluss nicht leicht gefallen ist.“

Seinen Abschied hatte sich Werner eigentlich sportlich gewünscht: Nämlich am offiziell letzten Saisonspieltag der Fußball-B-Juniorinnen-Kreisliga Kassel am Freitag, 12. Juni. Da hätten „seine Warmetaler Mädchen“, die zum letzten Mal im vorigen Jahr am 25. Oktober beim torlosen Remis in Gudensberg im Punktekampf gefordert waren, in Flechtdorf antreten müssen. Werner: „Diesen Termin hatten ich den TSV-Verantwortlichen sowie vor allem meinen Spielerinnen schon lange mitgeteilt.“

Werners Entscheidung aufzuhören, ist nicht nur der aktuellen Coronakrise und dem damit verbundenen Stillstand im Fußball-Amateurbereich geschuldet, sondern auch der Tatsache, dass beim TSV Zierenberg und in der gesamten Region der Mädchenfußball vor einer ungewissen Zukunft steht. Werner: „Bei meinem Einstieg in den Mädchenfußball 1992 gab es noch über 20 B-Juniorinnen-Mannschaften im Spielbetrieb, jetzt sind es noch neun, wobei einige Vereine schon signalisiert haben, für das kommende Spieljahr nicht mehr zu melden.“

Dies trifft aus personellen Gründen auch auf Zierenberg zu. Denn sieben aktuelle B-Mädchen wechseln in das regionale Kreisoberliga-Frauenteam, mit dem verbleibenden Rest, den man im Warmetal ebenfalls „nach oben“ integrieren will, kann keine Mannschaft mehr gebildet werden. 

Seine fußballerische Laufbahn begann der in Wolfhagen geborene Lothar Werner - die Familie lebte direkt neben dem Liemeckesportplatz - als zehnjähriger C-Jugendlicher beim FSV Wolfhagen. Er durchlief dort auch die höheren Altersklassen und wurde dann Seniorenspieler. Bereits mit 18 Jahren übernahm er beim FSV Verantwortung als Jugendtrainer.

Zehn Jahre lang übte er das Amt aus, ehe aus familiären Gründen Zierenberg seine neue Heimat wurde. Durch Ehefrau Brigitte, mit der er jetzt 40 Jahre verheiratet ist. Ihre beiden Kinder Stefanie und Sven sind als Spieler und Schiedsrichter in der hiesigen Fußballszene ebenfalls keine Unbekannten. Sven pfeift aktuell bis zur Verbandsliga.

In Zierenberg war er zwar nicht mehr als Spieler aktiv. Statt dessen widmete sich der gelernte Maler, ganz der Nachwuchsförderung.

Die ersten zehn Jahre bei den Jungens, ab 1992 ließ er dann mit Giovanni Canu wieder den Zierenberger Mädchenfußball mit Erfolg aufleben. Werner, auch viele Jahre stellvertretender TSV-Jugendleiter: „Fast 80 Prozent der Spielerinnen unserer Frauenmannschaft waren in Folge Zierenberger Eigengewächse.“

Zudem ist Werner Gründungsvater von Hallenturnieren für Hobby- und Freizeitmannschaften, wobei hier sein Engagement für die Kinderkrebshilfe Nordhessen mit einen Schwerpunkt bildete. Rund 25 000 Euro kamen dadurch zusammen. Auch als Dank dafür wurde der 67-Jährige mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Ganz aus dem Fußballgeschäft zieht er sich aber nicht zurück. Er wird auch weiterhin als Platzkassierer und Mitglied im Ehren- und Ältestenrat des TSV Zierenberg aktiv sein.

 

 

 

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