Leitbild des Hessischen Fussball-Verbandes

Hessischer Fußball-Verband für Integration, Vielfalt und Respekt gegen Rassismus, Antisemitismus, Rechtsextremismus und Gewalt im und um den Fußball

Das ist das Leitbild des Hessischen Fußball-Verbandes, erarbeitet von der Kommission Integration und Gewaltprävention (KIG) und vom erweiterten Präsidium des HFV am 5. Dezember 2009 verabschiedet.

Integration, Anerkennung von Unterschiedlichkeit und Respekt bilden die zentralen Werte des HFV. In und durch die Arbeit der HFV Kommission „Integration und Gewaltprävention“ sollen diese Werte nicht nur im Verband gelebt, sondern auch in die Fußball-Praxis der Vereine überführt werden.

Integration versteht die Kommission nicht als Anpassung von Personen mit Migrationshintergrund an das deutsche Fußballsystem, sondern als einen gegenseitigen Prozess der Annäherung, des gegenseitigen Verstehens, der gleichberechtigten Teilhabe und der Einbindung in den HFV. Integration wird als eine Querschnitts- und Führungsaufgabe verstanden und soll künftig noch mehr als bisher auf allen Ebenen und in allen Arbeitsbereichen des HFV verankert werden.

Ein aktives Eintreten gegen jede Form der Diskriminierung, insbesondere aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Behinderung, Herkunft, Hautfarbe, Migrationshintergrund oder Religion gehört zu den zentralen Aufgaben eines modernen Fußballverbandes, so auch des HFV. Dies umfasst auch eine Förderung der gleichberechtigten Teilhabe von Migrantenfußballvereinen am HFV sowie die Verbesserung der Beteiligung von Personen mit Migrationshintergrund auf allen Ebenen des HFV.

Konflikte und gewalttätige Auseinandersetzungen gefährden nicht nur die beteiligten Personen, sondern auch den Spielbetrieb des HFV. Daher setzt sich die Kommission für ein konsequentes Fair-Play, eine moderne Sportgerichtsbarkeit und ein Interkulturelles Konfliktmanagement ein.

Die folgenden Qualitätsstandards sind als Kriterien für die Umsetzung des Leitbildes zu bewerten und werden in einem fortlaufenden Prozess weiterentwickelt.

HFV „Vielfalt, Respekt und Fair Play“ Qualitätsstandards


In seiner Satzung und seinen Ordnungen positioniert sich der HFV eindeutig gegen Rassismus und Diskriminierung

  • Zitat aus der HFV-Satzung unter A „Grundlagen, Zweck, § 1 (2):
    Der Hessische Fußball-Verband ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entgegen.“
  • Umsetzung der FIFA-Vorgabe „Diskriminierung und Rassismus“ in der HFV-Strafordnung (§ 23, 40, 48 und 55). Auszug:
    „Wer öffentlich die Menschenwürde einer anderen Person durch herabwürdigende, diskriminierende oder verunglimpfende Äußerungen in Bezug auf Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion oder Herkunft verletzt oder sich auf andere Weise rassistisch und/oder menschenverachtend verhält, wird wegen grob unsportlichen Verhaltens für mindestens 4 bis 36 Pflichtspiele gesperrt. Zusätzlich werden für den Zeitraum der Sperre ein Platzverbot und eine Geldstrafe nicht unter 50,- € verhängt.“

HFV greift Thema in Gremien und Kommissionen auf

  • HFV bearbeitet das Thema nachhaltig in seinen Strukturen (Kommission Integration und Gewaltprävention)
  • Der HFV fördert die Beteiligung von Personen mit Migrationshintergrund. Beispiel: Projekt „Erhöhung des Anteils von Personen mit Migrationshintergrund in den Sportgerichten“

HFV unterhält und fördert Projekte, Aktivitäten und Kampagnen

  • Projekt „Interkulturelles Konfliktmanagement im Fußball“
  • Projekt „Mit Ball und GIAG zum beruflichen Erfolg (Gießen)“
  • Aktion „Minispielfeld-Integration“
  • Aktion „Straßenfußball für Toleranz“
  • Aktion „Fair ist mehr“
  • Kampagne „NEIN! zu Diskriminierung und Gewalt“

HFV kommuniziert das Thema in seiner Öffentlichkeits- und Pressearbeit

  • Internet/Homepage
  • HESSEN-FUSSBALL
  • Newsletter und Flyer
  • Presse

HFV implementiert das Thema als Führungsaufgabe

  • Thema ist bei Präsidenten angesiedelt (Chefsache)
  • Thema wird regelmäßig im Präsidium diskutiert
  • Die Kommission für Integration und Gewaltprävention ist fest implementiert
  • Das Präsidium verabschiedet Leitbild und Qualitätsstandards
  • Thema ist bei Geschäftsführer und Verbandsjustitiar verankert
  • HFV unterhält eine eigene Antidiskriminierungsstelle

HFV implementiert Thema als Querschnittsaufgabe - In allen Geschäftsbereichen ist das Thema etabliert:

  • Schiedsrichterwesen
  • Sportgerichtsbarkeit (§ 8 und 9 RVO, Strafordnung § 23, 40, 48 und 55)
  • Spielbetrieb
  • Qualifizierung
  • Freizeit- und Breitensport
  • Jugend
  • Frauen und Mädchen
  • Schulfußball
  • Medien und Öffentlichkeitsarbeit
  • Geschäftsstelle

HFV qualifiziert die ehrenamtlichen Mitarbeiter in den Kreisen und Vereinen

  • HFV bietet regelmäßig Qualifikationsmaßnahmen zum Thema für seine Mitarbeiter an (spezifiziert nach Funktion = für Kreisfußballwart, Kreisjugendwart, Sportrichter, Schiedsrichterobmänner etc.)
  • HFV bietet regelmäßig Qualifizierungsmaßnahmen zum Thema für Vereinsmitarbeiter an (spezifiziert nach Funktion = für Trainer, Vereinsführungskräfte, Schiedsrichter)

HFV qualifiziert Spieler und Spielführer zum Thema

  • Fairness-Trainings
  • Teamentwicklung
  • Spielführerschulung
  • Fußball-Streitschlichterschulung

HFV führt regelmäßige Evaluationen zum Thema durch

  • Projektmaßnahmen
  • Seminare/Qualifikationen
  • Sportgerichtsurteile

HFV hat Beauftragte für spezifische Aufgaben

  • Integrationsbeauftragten: Ömer Sekmen
  • Fair-Play-Beauftragten: René Hirsch

HFV arbeitet „interkulturell vernetzt“

  • HFV ist auf Landesebene in interkulturellen Netzwerken (Integrationsbeirat)
  • HFV kooperiert mit Sportjugend Hessen innerhalb des Programms „Integration durch Sport“(IdS)
  • Kreise sind in lokalen Netzwerken vertreten
  • Von HFV geförderte Projekte kooperieren mit Ausländerbeiräten und anderen Migrantenorganisationen
  • HFV arbeitet mit Institutionen zusammen, die interkulturell und international vernetzt sind: IBZW, Institut für SportMediation und Konfliktmanagement, Deutsche Sportjugend, Agentur EKIP etc.
  • Internationaler Austausch, etwa Ligue de football d'Aquitaine

HFV bietet Vereinen ein umfangreiches „interkulturelles“ Serviceangebot

  • Beratung (bei Konflikten, bei Internationalen Turnieren, Vereinsfesten etc.)
  • Interkulturelle Lernspiele zur Vor- und Nachbereitung von Veranstaltungen „Straßenfußball für Toleranz“
  • Qualifizierungsmaßnahmen für Migrantenfußballvereine
  • Integrationsmaßnahmen bei „Neueingliederung von Migrantenfußballvereinen“

HFV setzt sich für die gerechte Verteilung und Nutzung von kommunalen Sportanlagen ein

  • Platzvergabe durch Kommunalverwaltungen
  • Bei Konflikten kann der HFV nur vermittelnd tätig werden

HFV stellt seine „interkulturelle und gewaltpräventive Arbeit“ sicher

  • HFV stellt sein Personal für interkulturelle Aufgaben zur Verfügung
  • Es werden regelmäßig externe Finanzmittel eingeworben
  • Dauerhafte Unterstützung der Sozialstiftung des Hessischen Fußballs durch Zuführung von Einnahmen aus Strafen und weiteren Finanzmitteln
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