Landkarte - Kreis Dillenburg

Die Dillkreis-Schiedsrichter trauern um Herbert Pauly

Die heimischen Unparteiischen trauern um ein "Urgestein" des Dillkreis-Fußballs: Schiedsrichter Herbert Pauly ist am 19. März im Alter von 75 Jahren verstorben.




Wie kaum ein Anderer hat Pauly, der in Dillenburg wohnte, die Sport-Landschaft im Landstrich an der Dill bereichert.

Der Verstorbene (1940 bis 2016) führte lange Jahre im Auftrag des Kreisfußballausschusses das Leistungszentrum auf dem Herborner "Rehberg", wo er über Jahrzehnte hinweg auch als aktiver Trainer der Jugendfußballer tätig war.

In dieser Zeit begleitete er unzählige talentierte Nachwuchskicker aus dem heimischen Raum und machte sich um deren sportlichen Werdegang verdient.

Heimatverein Paulys war der SV 1932 Oberscheld, in dem er unter anderem das Amt des Vorsitzenden bekleidete.

Besondere Verdienste erwarb sich der Verstorbene auch bei der Erstellung der Fußball-Chroniken für den ehemaligen Dillkreis. Als Mitglied eines engagierten Redaktionsteams arbeitete Herbert Pauly die Geschehnisse, die sich "rund um das runde Leder" im Land an der Dill ereigneten, von Beginn an bis in die Gegenwart hinein akribisch und engagiert auf. Die Fußball-Chroniken für den ehemaligen Dillkreis sind für Sportfreunde, die über den Tellerrand hinausschauen, von unschätzbarem Wert.

Vor 25 Jahren schloss sich der "Fußballer mit Leib und Seele", der stets ein Freund klarer Worte war und dessen Art der Spielleitung von vielen Sportlern und Funktionären geschätzt wurde, der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg an.

Am 7. April 1991 hatte Pauly die Schiri-Prüfung absolviert. Fortan war er einer der fleißigsten und zuverlässigsten Unparteiischen im heimischen Raum, leitete Spiele bis zur damaligen Bezirksliga und wurde 2005 vor einer Kreispokal-Partie seines Heimatvereins SV Oberscheld gegen den SSV Frohnhausen für über 750 Spielleitungen geehrt.

2010 war Herbert Pauly am Gelingen der Feierlichkeiten zum 90-jährigen Bestehen der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg maßgeblich beteiligt.

Unter anderem arbeitete er auch die Geschichte und die Entwicklung der heimischen Unparteiischen für verschiedene Chroniken, Festschriften und die Schiri-Internet-Seite www.sr-dill.de auf.

Die Beisitzung Paulys hat in aller Stille stattgefunden. Das Beileid der heimischen Unparteiischen gilt den Angehörigen des Verstorbenen.

Die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg und die Dillkreis-Fußballer werden Herbert Pauly ein ehrendes Andenken bewahren.

Text: Joachim Spahn - Fotos: Rolf Weichbold/Joachim Spahn

Schiedsrichterversammlung am 13.2.15  in Hörbach

 Schiedsrichtervereinigung Dillenburg zieht Jahresbilanz / Bernd Eckhardt neues Ehrenmitglied

 Die Schiedsrichtervereinigung Dillenburg hat ein neues Ehrenmitglied: Im Verlauf der Jahreshauptversammlung am Freitag 13.2.15 im Sportheim des FC „Germania“ Hörbach wurde Bernd Eckhardt die höchste Auszeichnung zuteil, die die Unparteiischen aus dem Landstrich an der Dill zu vergeben haben. Der Eibelshäuser hält den „Schwarzkitteln“ seit einem halben Jahrhundert die Treue.
Gar schon seit 65 Jahren „dabei“ ist Alfred Fehling (SSV Donsbach). Er wurde im Rahmen der gut besuchten Zusammenkunft im Domizil des B-Ligisten ebenso geehrt wie Franz Götzel (FSV Oberroßbach), Arthur Gröf (FC Erdbach) und Gerhard Seibel (SV Eibelshausen), die sich vor sechs Jahrzehnten der „schwarzen Zunft“ angeschlossen hatten. Für 55-jährige Mitgliedschaft konnten Kreis-Schiedsrichterobmann Florian Kunz (Tuspo Beilstein) und Kreis-Lehrwart Sebastian Müller (SSC Burg) Willi Schmidt (ESV Herborn) auszeichnen.

 Viereinhalb Jahrzehnte der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg treu verbunden sind Dieter Schuhmann und Klaus Ebert. Für 30-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Ralf Viktora und Herbert Graulich. Heinz Banzhof hat sich vor einem Vierteljahrhundert den Unparteiischen angeschlossen.

12 weitere Spielleiterinnen und Spielleiter konnten anlässlich der Hauptversammlung für 10-, 15- und 20-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet werden. Das waren Karl-Heinz Roth, Sebastian Müller, Klaus Klingelhöfer, Klaus Klein, Wolfgang Friedrich und Steffen Decker (alle 20 Jahre), Anke Gottfried (15) sowie Volker Schnell, Lukas Nöh, Rainer Moos, Thomas Möller und Tobias Brüggendick (jeweils 10). Neun Schiris, denen ebenfalls eine Ehrung für jahrzehntelange Verbundenheit mit den „Schwarzkitteln“ zuteil werden sollte, waren erkrankt oder verhindert. Diese Auszeichnungen sollen nachgeholt werden.

Zurzeit gibt es 143 aktive Schiris im Kreisgebiet

Schiedsrichterobmann Florian Kunz nutzte die Zusammenkunft im Sportheim des FC Hörbach auch, um den 143 aktiven und 48 passiven Unparteiischen des Fußballkreises Dillenburg den Rücken stärken. „Ohne Euch wäre der Amateurfußball nichts“, rief der Beilsteiner Funktionär seinen Zuhörern zu.

 

Florian Kunz ließ die zahlreichen Aktivitäten der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg im Kalenderjahr 2014 noch einmal Revue passieren und befasste sich auch mit der sportlichen Situation der Dillkreis-Referees. „Ein Highlight“ sei der Aufstieg des erst 15-jährigen Schiris Dominik Bräunche (TSV Bicken) in die Gruppenliga gewesen. Daniel Klingelhöfer (SSV Eiershausen/21) pfiff im November 2014 sein erstes Verbandsliga-Spiel und überzeugte „mit fehlerfreier Leistung“. Kunz zuversichtlich: „Wir alle hoffen, dass wir die Zahl der Schiedsrichter auf Regional- und Verbandslisten zukünftig wieder nach oben korrigieren können.“

 

Insgesamt – so Kunz rückblickend – hätten die heimischen Unparteiischen in den letzten 12 Monaten 3.000 Spiele über die Bühne gebracht. Der Appell des Schiedsrichterobmanns an die Dillkreis-Schiris: „Macht weiter so und bringt den heimischen Fußball durch Euer Engagement weiter.“

Die ältesten Mitglieder der SR-Vereinigung wurden gehrt li. KSO Florian Kunz und re. Sebastian Müller
Die ältesten Mitglieder der SR-Vereinigung wurden gehrt li. KSO Florian Kunz und re. Sebastian Müller

        

 

    

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      Dillkreis-Schiedsrichter sagen „Nein! zu Diskriminierung und Gewalt

       

       Diskriminierung und Gewalt sollen auf den Sportplätzen und in der Gesellschaft insgesamt keinen Platz haben! Diese Botschaft ging von der Pflichtsitzung der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg am Freitagabend im Sportheim des FC Hörbach aus. Mit überwältigender Resonanz schlossen sich die Unparteiischen aus dem Landstrich an der Dill der Kampagne „Nein! zu Diskriminierung und Gewalt“ an, die das Fair-Play-Forum unter dem Dach der Sozialstiftung des Hessischen Fußballs 2012 initiiert hatte.

       

      „Es gilt, Fußballer und Funktionäre für die Themen Diskriminierung und Gewalt im Sport zu sensibilisieren und sie als Botschafter für Fair Play und Respekt zu gewinnen“, unterstrich Joachim Spahn, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit (BfÖ) im Dillenburger Kreisschiedsrichterausschuss. Der Herborner Funktionär stellte rund 70 anwesenden Unparteiischen die Arbeit des Fair-Play-Forums vor, das ein Angebot an all die Vereine und Schiedsrichtervereinigungen sei, die sich rund um die Themen Gewaltprävention, Integration und Fair Play engagieren wollten.

       

      Der „ÖMi“ der heimischen Referees verwies unter anderem auf Gewaltausbrüche zwischen Mannschaften und Gewalttätigkeiten gegen Schiedsrichter, zu denen es im Verlauf dieser Saison beispielsweise im Kreis Darmstadt gekommen sei. Um deutlich zu machen, dass Unparteiische „kein Freiwild sind, mit denen man machen kann, was man möchte“, hatte der dortige Kreisschiedsrichterausschuss im November 2012 für einen Spieltag keine Schiedsrichter in der D-Liga angesetzt.

       

      Der dortige KSA, so Spahn erläuternd, habe sich in der Pflicht gesehen, seine Schiedsrichter zu schützen und die Spielleiter nicht sehenden Auges zur Angriffsfläche von gewaltbereiten Fußballspielern und Zuschauer zu machen. Die damalige Aktion hatte ein großes mediales Interesse gefunden und sogar das Fernsehen ermutigt, sich des Sachverhalts anzunehmen. In zahlreichen Reaktionen hatten Schiedsrichter, Trainer und Verbandsfunktionäre ihre Bestürzung über die unsägliche Situation zum Ausdruck gebracht und die Aktion unterstützt.

       

      Unter dem Eindruck der Schilderungen des Referenten schlossen sich die 64 anwesenden Dillkreis-Referees der Kampagne „Nein! zu Diskriminierung und Gewalt“ an und unterzeichneten eine Erklärung, mit der sich die heimischen Schiedsrichter freiwillig verpflichteten, alles in ihrer Macht Stehende gegen Diskriminierung und Gewalt zu unternehmen. Als äußeres Zeichen tragen die Unparteiischen fortan T-Shirts und ein Ärmellogo, das deutlich sichtbar zum Ausdruck bringt, für welche Werte man steht.

       

      Mit den Dill-Schiedsrichtern haben sich nunmehr bereits 18 SR-Vereinigungen Hessens der Kampagne angeschlossen, die unter anderem von allen großen Fußballvereinen des Bundeslands sowie von Botschaftern wie den Spitzen-Schiris Lutz Wagner, Tobias Stieler und Katrin Rafalski oder auch von Sport-Größen wie Steffi Jones, Renate Lingor und Hanno Balitsch unterstützt wird. „Die hessische Fußball-Familie zeigt so, dass sie eindeutig hinter Fair Play und gegenseitiger Anerkennung und Respekt steht“, verdeutlichte Joachim Spahn.

       

      Abschließend hob der Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im KSA Dillenburg hervor, dass die Angebote des Hessischen Fußballs auch Vereinen die Möglichkeit geben würden, sich für die Ziele der Kampagne einzusetzen. So sei es beispielsweise möglich, ein Vereinsjubiläum oder ein Fußball-Turnier unter das Motto „Integration, Toleranz und Fair Play“ zu stellen oder auch Eltern bei Jugendspielen am Spielfeldrand bei einem friedlichen Miteinander zu unterstützen.

       „Halten wir gemeinsam die Augen offen“, so Spahns abschließender Appell an die rund 70 Zuhörer. Denn nur wenn alle beschriebenen Akteure mitmachen würden, seien die gesteckten Ziele im Sinne von Integration, Toleranz und Fair Play auch erreichbar.

       Weitere Informationen: Sozialstiftung des Hessischen Fußballs, Helena Dörr, Tel. (069) 677282247. Internet: www.fairplay-hessen.de und www.schiedsrichter-dillenburg.de.

      Text und Foto:J.Spahn   

      Überwältigende Resonanz: Im Zuge der Pflichtsitzung am 10.5.2013 im Sportheim des FC Hörbach übten die Unparteiischen der Schiedsrichtervereinigung Dillenburg auf Initiative von Joachim Spahn (hintere Reihe, 2.v.l.) den Schulterschluss und schlossen sich übereinstimmend der Kampagne „Nein! zu Diskriminierung und Gewalt“ an.