Bergsträßer Schiedsrichter überzeugen

Birkenauer Marco Unholzer tritt kürzer / Reimund pfeift B – Junioren Bundesliga


(mu) Die alte Spielzeit ist vorüber, die neue hat schon begonnen und es ist nicht mehr weit bis zum Start der Meisterschaftsrunde. Nicht nur die Vereine feierten Meisterschaften und Aufstiege, auch die Schiedsrichter im Kreis Bergstraße feierten ausgelassen. Es war wieder einmal eine Saison, die für die Bergsträßer Qualität spricht und zeigt, „dass wir auf dem richtigen Weg sind“, freut sich Obmann Karlheinz Dörsam (Birkenau).

Fünf Spielleiter wurden für höhere Aufgaben berufen und überzeugten durch herausragende Leistungen auf den Sportplätzen und Stadien Hessens.

„Unsere Arbeit trägt Früchte“, fügte Dörsam an und hofft, dass dies auch ein Anreiz für künftige Schiedsrichter sein wird.


Vor Verkündung der Auf- und Abstiegsentscheidungen seitens des Deutschen Fußballbundes und des Hessischen Fußballverbandes herrschte bei den Bergsträßern zunächst etwas Wehmut, als Marco Unholzer (24, VfL Birkenau) bekannt gab, dass er freiwillig etwas kürzer trete. Er geht von der 3. Bundesliga bzw. südwestdeutscher Regionalliga aus beruflichen und somit zeitlichen Gründen zurück in die Hessenliga. „Das ist einerseits sehr schade, da Marco schon so viel erreicht hat, andererseits verdient die Entscheidung auch großen Respekt. Letztendlich geht der Beruf dann doch vor“, sagte Lehrwart Jan Turinski (Bensheim).


Gefeiert wurde trotzdem. Christoffer Reimund (21, SV ET Zwingenberg) schaffte bereits zur Rückrunde den Sprung in die Hessenliga und lieferte in fünf Spielen so gute Leistungen ab, dass er in der neuen Spielzeit als Schiedsrichter in der B- Junioren Bundesliga und als Assistent in der A- Junioren Bundesliga zum Einsatz kommen wird.


Grund zur Freude gab es auch für Cristian Ballweg (19, SKG Bickenbach), der neben Simon Heß (26, FC Stbg. Heppenheim), Christoffer Reimund und Marco Unholzer künftig der vierte Bergsträßer Hessenligaschiedsrichter sein wird. Bereits zu Beginn der vergangenen Saison schied der bisherige Lehrwart Andreas Weichert als Hessenligaschiedsrichter aus, da es ihn beruflich nach München zog. Er wurde im Juni vom Verband offiziell verabschiedet.

Ballweg und Heß wurde in der vergangenen Saison als Assistent bzw. Schiedsrichter in den Junioren Bundesligen eingesetzt und wussten zu überzeugen. Sie dürfen fortan neben Marco Unholzer als Assistenten in der Regionalliga tätig sein.


Nach überzeugenden Leistungen in der Gruppenliga empfahl sich Joschka Pfeifern (23, FSV Rimbach) für höhere Aufgaben. Er wird ab sofort Spiele der drei hessischen Verbandsligen leiten.


Neu in der Gruppenliga und dann mit zwei Kollegen an der Linie unterwegs sein werden Nikolas Czypull (18, TSV Reichenbach) und Kevin Steinmann (26, SG Gronau). Beide überzeugten durch sehr gute Leistung in der Kreisoberliga. Sie bilden mit Jörg Ballweg (48, SV Eintracht Zwingenberg), Timo Hoffemann (24, VfL Birkenau), Steffen Silbermann (26, SC Rodau) und Jan Turinski (29, FC 07 Bensheim) die sechs Gruppenligaschiedsrichter des Kreises. Zusammen mit den Gespannführern aus den höheren Spielklasse schicken die Bergsträßer in der kommenden Spielzeit erneut 15 Schiedsrichterteams auf die hessischen Sportplätze. „Das ist eine riesen Leistung unserer Schiedsrichter“, findet Obmann Karlheinz Dörsam.

Leider musste Sebastian Meon (36, TSV Hambach) die Gruppenliga verlassen. „Mangelnde Perspektive war seitens des Verbandes die Begründung, die wir schwer verstehen, aber leider akzeptieren müssen. Mit Sebastian verlieren wir einen zuverlässigen und engagierten Gruppenliga-Schiedsrichter, der fast ein Jahrzehnt lang die Bergsträßer Farben auf den südhessischen Sportplätzen würdig vertreten hat“, war Turinski alles andere als begeistert von der Entscheidung.

Angesichts des Schiedsrichtermangels werden die Verantwortlichen des Kreises viel Mühe haben, genug Assistenten zur Verfügung zu haben.

Um diesem Fall ein klein wenig vorzubeugen, fand Anfang Juli ein Assistentenlehrgang bei der SG Gronau statt, bei dem Kreislehrwart Jan Turinski und Marco Unholzer gemeinsam mit dem Bergsträßer Lehrstab wieder einige neue Assistenten ausbilden konnten. Ein Dank gilt hier dem Verein SG Gronau für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.


In der Kreisoberliga kommen zum Einsatz:

Thomas Kollerer (44, VfR Fehlheim), Thomas Hirschberg (49, SG Wald-Michelbach), Heiko Pfeifer (49, FSV Rimbach) und Michael Watzka (SV Unterflockenbach)

Neu dabei ist Lee Wilhelm (28, SV Lindenfels).

Bereits während der abgelaufenen Runde leitete Lukas Franke (18, SV Unterflockenbach) Spiele der Kreisoberliga. Er wurde vom Kreisschiedsrichterausschuss in den U21-Förderkader der Region Darmstadt gemeldet. „Lukas hat bei guten Leistungen die Chance, bereits zur Rückrunde in die Gruppenliga aufzusteigen“, ergänzt Turinski.


„Mit unseren Schiedsrichtern in den höheren Spielklassen, aber auch meinen bewährten Kräften in den Kreisligen gehört der Kreis Bergstraße weiterhin zur Spitze Hessens. Das macht mich sehr stolz“, betonte Obmann Karlheinz Dörsam.

Angesichts der immer weiter sinkenden Schiedsrichterzahlen macht sich Dörsam berechtigte Gedanken, in der kommenden Saison alle Spiele besetzen zu können. „Daher haben wir uns entschieden, erstmalig zwei Schiedsrichterlehrgänge in einem Kalenderjahr anzubieten; vom 09.-17.10. findet in den Räumlichkeiten der TSV Auerbach nächste Ausbildungslehrgang statt“, so Jan Turinski. Die Anmeldungen hierzu sind über die Website www.kfa-bergstrasse.de ab sofort möglich. Bei Rückfragen steht Lehrwart Jan Turinski (jan.turinski(at)outlook(dot)de) gerne zur Verfügung.


Die Schiedsrichter des Kreises legten im Juni ihre jährliche Kreisleistungsprüfung ab. Kreislehrwart Jan Turinski findet es bei der ersten Kreisleistungsprüfung unter seiner Führung „ein tolles Resultat, das für das große Engagement der gesamten Schiedsrichtervereinigung spricht“, dass bereits 149 der 170Schiedsrichter die Prüfung abgelegt haben. Dabei seien laut Turinski auch beim Regeltest gute Ergebnisse erzielt worden. Der Dank des Kreis-Schiedsrichterausschusses gilt den Vereinen FSV Rimbach, SG Hüttenfeld und Eintracht Zwingenberg, die Sportplatz und Räumlichkeiten zur Verfügung stellten. Fred Horner, Werner Heist, Norbert Seib und Jean Pierre Dupin organisierten den gemeinschaftlichen Teil im Anschluss.