LOTTO Hessenliga: Watzenborn-Steinberg siegreich in Dreieich

01. November 2017 · Top-News · von: Florian Kreuzinger/ Verein

Am letzten Tag des Oktobers gab es wieder einmal LOTTO Hessenligafußball zu bestaunen. Der 16. Spieltag der LOTTO Hessenliga hatte vor allem eines parat: Viele Tore!

 

Rot-Weiß Hadamar zerlegt Viktoria Griesheim im eigenen Stadion
Am Reformationstag zeigte der Sportverein Hadamar, welche Qualitäten im Dempewolf-Kader stecken. In der Partie gegen die Viktoria aus Griesheim konnten die „Rot-Weißen“ sieben Tore erzielen und zeigten sich in fußballerischer Feierlaune.
Von der ersten Minute an nahm das Gästeteam das Heft in die Hand und dominierte die Begegnung. Die Griesheimer versuchten zwar viel in der Offensive, zeigten sich aber sehr Konteranfällig. Wieder einmal war es die Kombination aus konzentriertem Abwehrverhalten und schnellem Umschaltspiel, die das Spiel entschieden.
Das erste Tor für die Fürstenstädter fiel in der 18. Spielminute durch Leon Burggraf, der in der Partie überraschend als 10er aufgelaufen war. Jann Bangert zeigte sich in der ersten Hälfte in Spiellaune, denn der 20-jährige Mittelffeldakteur konnte nicht nur das erste, sondern auch das zweite Tor vorbereiten und im Anschluss auch noch das dritte selbst erzielen.
In der Halbzeitpause brauchte Florian Dempewolf scheinbar keine motivierenden Worte für seine Mannschaft. Er berichtete im Anschluss im Interview mit der nnp: „Die Jungs haben in der Pause gesagt, dass sie weiter Vollgas geben wollen, das hat mir imponiert“. In der anderen Kabine scheint Griesheims Chef Trainer Suat Türker seine Mannschaft nochmal heiß auf das Unentschieden gemacht zu haben und wechselte offensiv, so dass aus seiner verteidigenden Viererkette eine Dreierkette wurde.
Nach der Pause knüpfte die Partie jedoch nahtlos an die erste Hälfte an, nur dass die Griesheimer Abwehr jetzt mit einem Mann weniger besetzt war und noch mehr Platz für die schnellen Konter der Gäste bot. So kam es wie es kommen musste. Die Dempewolf-Elf schoss weitere vier Tore und gewann die Begegnung mit einem klaren und verdienten 7:0-Kantersieg.

Vellmar erstmals siegreich
Der olympische Sportclub aus Vellmar konnte das Kellerduell gegen den SV Steinbach tatsächlich siegreich gestalten und gewann mit 6:4.
Die Partie fand für den SV Steinbach auf heimischem Rasen statt, doch die Paliatka-Elf zeigte keinen Kampfgeist und Siegeswillen. Ganz im Gegensatz zur Elf von Mario Deppe. Die Vellmarer zeigten von Anfang an, dass sie diese drei Punkte mit nach Hause nehmen wollten und beherrschten die Partie.
Das erste Mal belohnten sich die Nordhessen bereits in der zweiten Spielminute für ihr Auftreten. Enes Glogic wurde aus halblinker Position angespielt und versenkte den Ball im Kasten von Marco Motzkus. Noch in der ersten Hälfte sollten weitere drei Treffer fallen. Erst erhöhte Tolga Yantut auf 2:0. Dann schoss Steffan Trabert überraschend den 1:2-Anschlusstreffer. Kurz vor Ende der ersten Hälfte erhöhte Robin Wissemann dann wieder auf 3:1.  „Wir haben Vellmar heute viel zu viele Bälle zugespielt“, so Steinbachs Spielertrainer Petr Paliatka im ON Sport-Interview, der sich selbst in der zweiten Hälfte für Ferhat Yildiz einwechselte.
In der zweiten Hälfte zeigte sich aber trotz des spielenden Trainers das gleiche Bild, nur dass in dieser Hälfte noch ganze sechs Treffer fallen sollten. In der 62. Spielminute eröffnete Marko Utsch den Torregen. Nach dem nächsten Vellmaer Tor von Doppelpacker Wissemann wachten die Gastgeber auf und erzielten zwei Tore. Mit 4:6 endete die torreiche Partie im Mühlengrund.


Watzenborn-Steinberg zurück in der Erfolsspur
Die erste Halbzeit verstrich weitestgehend ereignislos. Dreieich begann forsch, verlor aber nach einer kurzen Druckphase zu Beginn den Zugriff und Watzenborn erhielt mehr Spielanteile. Ungewohnt häufig drückten die Gäste den Tabellenzweiten in die eigene Hälfte. Spätestens auf Strafraumhöhe waren die Aktionen auf beiden Seiten allerdings beendet.
Mit Ausnahme eines Distanzschusses von Loris Weiss in der 15. Minute brachte Dreieich keinen Abschluss zustande. Auf Seiten der Teutonia hatte Abdenour Amachaibou kurz vor dem Abpfiff der ersten 45 Minuten die beste Gelegenheit, brachte seinen Schuss aus 18 Metern Torentfernung aber nicht auf den Kasten von Pierre Kleinheider.
Der zweite Durchgang begann mit optischem Übergewicht der Pohlheimer. Zunächst näherte sich Markus Müller mit einem Schüsschen (47.) und einem Kopfbällchen (50.) der ersten Torgelegenheit, dann bekam Kleinheider bei einem Szymanski-Kopfball in letzter Sekunde die linke Hand nach oben und bewahrte sein Team vor dem Rückstand. Es folgte eine kurze Druckphase der Dreieicher, in deren Zuge eine scharfe Hereingabe von Tino Lagator im Zentrum keinen Abnehmer fand (59.).
In solchen Begegnungen, in denen aus dem  Spielverlauf wenig bis keine Chancen entstehen, fällt die Entscheidung oft durch Standardsituationen. So auch diesmal. In der 64. Minute brachte Ljubisa Gavric Markus Müller an der Strafraumgrenze zu Fall, Schiedsrichter Martin Kliebe übersah das vorangegangene Handspiel und entschied auf Elfmeter. Timo Cecen behielt die Nerven und platzierte den Ball so präzise links unten, dass Kleinheider trotz richtiger Ahnung machtlos war (66.).
Mit dem Rücken zur Wand erwachte Dreieich aus der Lethargie und begann den Druck aufs Watzenborner Tor merklich zu erhöhen. In der 72. Minute hatte Alban Lekaj den Ausgleich auf dem Fuß, setzte seinen Nachschuss aus spitzem Winkel aus nächster Nähe allerdings brachial über den Kasten. Zwei Minuten später verpasste Ljubisa Gavric bei einer Freistoß-Flanke von André Fließ knapp. Bommer brachte mit Zubayr Amiri und Carlos McCrary zwei frische Kräfte für die Offensive und das Kombinationsspiel der Dreieicher zog nochmals an.
Genau in diese Phase setzte Watzenborn-Steinberg den entscheidenden Nackenschlag: In der 81. Minute bezwang Johannes Hofmann im Strafraum nach schönem Doppelpass Pierre Kleinheider und setzte seinen Innenrist-Schuss so präzise an den rechten Pfosten, dass der Ball von dort noch über die Linie sprang. Es war die spielentscheidende Szene, vorbei war es aber noch nicht. In der 89. Spielminute konterte Loris Weiss über die linke Seite, brachte die Hereingabe flach ins Zentrum und fand in McCrary den abgezockten Abnehmer, der auf 1:2 verkürzte.
Es folgte ein letztes Aufbäumen, das allerdings zu spät kam, um am Endergebnis noch etwas zu ändern. Big Points also für das Team von Daniyel Cimen, das mehr und mehr seiner ursprünglich zugewiesenen Favoritenrolle gerecht wird und in dieser Hessenliga-Saison noch ein Wörtchen mitreden wird.
Die Stimmen zum Spiel:
Daniyel Cimen (Trainer Teutonia Watzenborn-Steinberg): „Wir haben ein sehr intensives Spiel auf gutem Niveau gesehen. In der ersten Halbzeit ist auf beiden Seiten nicht viel passiert, Dreieich ist definitiv besser ins Spiel gekommen, wir hatten Probleme was das Anlaufen anging. Wir haben nach einer guten Viertelstunde umgestellt, das hat dann etwas besser geklappt. In der zweiten Halbzeit haben wir es einen Ticken besser gemacht und waren nach vorne zwingender. Wir haben uns Chancen erarbeitet, sind verdient in Führung gegangen und haben im richtigen Moment das 2:0 gemacht, als Dreieich eine gute Druckphase hatte. Das 2:0 sollte eigentlich die nötige Sicherheit geben, doch dann kriegen wir leider kurz vor Schluss das Gegentor und dann mussten wir zittern. Das ist ein bisschen ärgerlich, aber aufgrund der 2. Halbzeit ist das kein unverdienter Sieg.“
Rudi Bommer (Trainer SC Hessen Dreieich): „Es war ein sehr intensives Spiel, auch was die Taktik betraf. Beide Mannschaften haben in der 1. Halbzeit sehr diszipliniert gespielt, haben versucht immer wieder Überzahl auf den Außenpositionen zu schaffen. In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut im Spiel, waren aber in zwei, drei Situationen ein wenig pomadig. Da fand ich Watzenborn heute viel entschlossener. In der 2. Halbzeit war klar: wer in diesem Match das erste Tor schießt, der wird das Ding auch ziehen. Wobei es vor dem Elfmeter ein klares Handspiel gab. Aber da sieht man eben, dass man immer wieder weiterspielen muss. Wir haben in der Situation abgeschaltet und der Stürmer hat das super gemacht. Er hat den Ball abgeklemmt und wollte das Ding entscheiden. Da sind wir noch ein wenig bubenhaft. Das zweite Tor war ein klarer Fehler von den Abwehrspielern hinten. Wir haben dann noch weiter aufgemacht und sind herangekommen. Die letzte Aktion hatte Carlos, als in der Mitte dann keiner mehr war. Da muss einer da sein. Wenn du das erzwingen möchtest, sind das die Situationen, in denen du einen Punkt mitnimmst. Watzenborn hat uns in jeglichen Situationen gefordert, war abgezockt und wusste vorher schon, wo der nächste Ball hingehen würde. Sie haben das nicht unverdient gewonnen.“


Alle Ergebnisse im Überblick:
KSV Baunatal (1:2) FC Bayern Alzenau
SC Waldgirmes (1:0) SG Rotweiss Frankfurt
Buchonia Flieden (2:0) VFB Ginsheim
SV Steinbach (4:6) OSC Vellmar
SC Hessen Dreieich (1:2) Teutonia Watzenborn-Steinberg
Borussia Fulda (1:1) Spielvereinigung Neu-Isenburg
FC Ederbergland (2:1) FSC Lohfelden
Viktoria Griesheim (0:7) Rot-Weiss Hadamar