Kritische Worte und konstruktive Gespräche beim Vereinsdialog der TSG Dorlar

27. Juni 2018 · Kreis Wetzlar · von: ebi klotz

DORLAR ebi. Notwendiges Übel oder Hilfe im organisatorischen Bereich? Verbände im Spielsport stehen oft in der Kritik und werden durch die Vereine seltenst als Hilfe wahrgenommen. So scheinen die Verbände und die, für die sie eigentlich da sind, die Vereine in der Fläche, auch im Fußball oft weit voneinander entfernt zu liegen. Der DFB und seine Landesverbände haben dieses Probleme erkannt und mit dem Vereinsdialog ein Mittel geschaffen, mit welchem Missverständnisse ausgeräumt werden, Verbesserungsvorschläge unbürokratisch vorgetragen, Fragen geklärt und Gegenseitigkeit verbessert werden sollen.

zufriedene Gesichter bei allen Beteiligten auch nach den langen Gesprächen.

Dieses Kommunikationsangebot nahmen die Verantwortlichen der TSG Dorlar wahr und luden Vertreter des Hessischen Fußballverbandes Anfang Juni zu sich ins Mittelhessische ein. Der Einladung waren mit Gerd Schughard (Vorsitzender des Verbandsschiedsrichterausschuss), Benjamin Koch (Justitiar) sowie dem Verantwortlichen Mitarbeiter des HFV für das Projekt Masterplan, Jonas Steding gleich drei Verantwortliche aus Frankfurt gefolgt.

Zu Beginn stellte Kim Stahl, Vorsitzender der TSG, die Vertreter des Vereins vor und begrüßte neben den Verantwortlichen des HFV auch Kreisfußballwart Alexander Neul und dessen Pressewart Ebi Klotz. „Für mich findet der Hessische Fußballverband irgendwie nicht statt“, eröffnete Stahl danach die Diskussion. So seien für ihn und seine Mitstreiter die Hilfen und Unterstützung seitens des Verbandes hinsichtlich Vereinsstrukturen, Schiedsrichterwesen, Nachwuchsgewinnung im spielenden und ehrenamtlichen Bereich. Immer nur im Bereich des Passwesens und der Strafen sei der HFV „spürbar“. Im Nachwuchsbereich seien in den Jahrgängen der B und C-Jugend die Probleme am größten. Abwerbeversuche der größeren Vereine, fehlende und unzureichend ausgebildete Trainer seien die Hauptgründe. Auch die Aussetzung der Spielleitung durch „echte“ Schiedsrichter im Bereich der Fair Play Spiele der G-Junioren habe zuletzt immer wieder zu größeren Problemen geführt. Schughard zeigte Verständnis für diese Probleme und die Zusammenhänge zwischen Schiedsrichtersoll und den Fair Play Spielen. Der geforderten Flexibilität begegnete er offen und befürwortete den Vorschlag eines Pilotprogramms, Schiedsrichter, deren Leistungsprüfungen unvollständig seien, im Bereich der „kleinsten“ zur Spielleitung zu zu lassen. Der einstige Vorsitzende der TSG Dorlar Roland Schlenbecker unterstrich die Wichtigkeit einer solchen Leitung und Führung, ohne welche die kleinen im Prozess ihrer Persönlichkeits- und Spielerentwicklung sowie dem Fair Play Gedanken zu wenig gefördert würden. Steding gab zu Protokoll, dass es hierfür auch nach wie vor das Projekt des Juniorcoaches in den Schulen Hessens gäbe. Ebenso sei eine Schulung im Rahmen der jährlichen Sitzungen der Jugendausschüsse zu Beginn der Saison für Trainer und Betreuer durch das Kreisschiedsrichterlehrwesens hierzu dienlich. Darüber hinaus forderten die Vereinsvertreter weitere Flexibilisierung der Berechnung und Anerkennung des Schiedsrichtersolls. Auch hier sagte Schughard seine Unterstützung zu, verwies allerdings auf die Einhaltung langwieriger Verfahren auf Verbandsebene. „Wir sind dabei, diverse Entscheidungen, die in ihrer Aktualität von immenser Wichtigkeit für die Vereine und den Spielbetrieb sind, aus dem Rhythmus der vier jährigen Verbandssitzungen herauszulösen, um einfach flexibler zu werden. In Zeiten von Digitalisierung sollte dies möglich sein, bedarf aber einiger grundlegender Voraussetzungen“, so Koch aus der Sicht des Rechtswesens. Im Weiteren wurden zudem Veränderungen und Möglichkeiten für den Bereich der Alt Herren Teams, Schulung und Gewinnung von Ehrenamtlern durch den Landessportbund sowie allgemeiner Kommunikation angesprochen und angeregt. Nach gut zweieinhalb Stunden kurzweiliger und intensiver Gespräche bedankte sich Stahl gegen 21 Uhr für die konstruktiven und offenen Worte der Beteiligten, der Verband habe nun drei weitere Gesichter und ein wenig mehr Nähe für ihn. Auch Gerd Schughard bedankte sich im Namen des HFV und überreichte eine Sammlung verschiedener Bälle für die TSG .