Hessische Profis: SGE verliert in Leverkusen – Wehen verliert Spitzenspiel

15. April 2018 · Top-News · von: Nicolas Läpple

Die Eintracht verliert das „Sechs-Punktespiel“ in Leverkusen mit 4:1 und rutscht auf Platz sieben ab. Darmstadt spielt zuhause gegen Braunschweig 1:1. Der SV Wehen Wiesbaden verliert dagegen das Spitzenspiel gegen Magdeburg, bleibt aber durch das Karlsruher Unentschieden auf Platz drei.

Verstärkt im Blickpunkt: Bald-Bayern-Trainer Niko Kovac. Foto: getty images

Bayer 04 Leverkusen gegen Eintracht Frankfurt

Nachdem Trainer Niko Kovac am Freitag verkündete zu den Bayern zu wechseln, verlor sein Team aufgrund der zweiten Halbzeit verdient mit 4:1. In der ersten Halbzeit hatte die Eintracht das Spiel über weite Strecken im Griff. Nachdem Julian Brandt die Werkself in Führung köpfte, glich Marco Fabian kurz danach aus. Nach der Halbzeit waren die Leverkusener klar besser und gingen durch Kevin Volland in Führung. Das 3:1 und 4:1 fielen dann nach dem gleichen Muster - Schnittstellenpass auf Karim Bellarabi, der vor dem Tor auf Kevin Volland legte. 

Die Stimmen zum Spiel:

Niko Kovac: Wir haben auswärts gegen einen Topgegner gespielt, die stärkste Kontermannschaft der Liga. Wir haben es nicht gut verteidigt und daher verloren. Die zweite Halbzeit war der entscheidende Punkt. Davor waren wir klar besser, bis auf das Gegentor. Das war eigentlich gar keine Chance. Wir haben die Räume eng gemacht, unsere Chance in Kontern gesucht. Beim 1:1 hat das sehr gut geklappt. Nach der Pause funktionierte das nicht mehr so gut, Bayer hat uns den Schneid im Mittelfeld abgekauft. Leverkusen hatte umgestellt auf Viererkette, dadurch hatten wir Probleme. Das zweite Tor durch die Mitte dürfen wir nicht kassieren. Wir haben alles gegeben, ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. 4:1 ist deutlich, danach sah es zur Pause nicht aus.“

Wir haben es nicht geschafft, dem Druck standzuhalten nach der Pause. Wir müssen anerkennen, dass der Gegner heute besser war. Die erste Halbzeit war überragend, hatten alles im Griff. Nur das Ergebnis hat nicht gepasst. Am Mittwoch werden wir alles raushauen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich die Jungs belohnen würden. Wir haben viele ordentliche Partien auswärts gemacht, aber nichts mitgenommen. Am Mittwoch ist es Zeit.


SV Darmstadt 98 gegen Eintracht Braunschweig

Darmstadt 98 bleibt auch im siebten Spiel in Folge ohne Niederlage: Vor heimischem Publikum holten die Lilien beim 1:1 gegen Eintracht Braunschweig einen Punkt, der dem Tabellenvorletzten im Kampf um den Klassenerhalt aber kaum hilft. Denn durch die Ergebnisse der Konkurrenz beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz inzwischen vier Zähler. Und auch für Braunschweig wird die Luft nach dem Remis dünner: Zwar bleibt die Eintracht Zwölfter, liegt allerdings nur noch einen Punkt vor dem 16. Tabellenplatz.

Die Stimmen zum Spiel:

Dirk Schuster: „Es ist der Aussage von Torsten Lieberknecht nicht viel hinzuzufügen. Beide Mannschaften haben viel in die Partie investiert. Meine Mannschaft ist an die Grenze und darüber hinausgegangen und hat vor allem in der ersten Halbzeit guten Fußball gespielt. Auch durch den Rückstand haben wir uns nicht aufhalten lassen und haben weiter nach vorne gespielt. Wir haben viel investiert und waren der Statistik nach die etwas bessere Mannschaft, doch es zählen nur die Tore. Nur mit der Chancenverwertung bin ich heute unzufrieden. In der zweiten Halbzeit hatten wir aber auch Glück bei den Konterchancen. Nach dem 1:1 war die Partie dann etwas wild, es gab in dieser Phase quasi kein Mittelfeld mehr. Der Punkt hilft uns leider nicht so viel wie den Braunschweigern. Trotzdem Kompliment an die Truppe für die Leistung, das war heute eines unserer besten Heimspiele, aber auch Braunschweig hat sich mit allem gewehrt. Wir müssen jetzt mit dem Punkt leben. In Sandhausen wollen wir den nächsten Schritt machen und hoffen dort auf zahlreiche Unterstützung unserer Fans, um aus dem Spiel ein kleines Heimspiel zu machen.“


SV Wehen Wiesbaden gegen 1.FC Magdeburg

Der SV Wehen Wiesbaden musste die bittere Pille in Form der 1:2 Niederlage gegen den Aufstiegsfavoriten 1. FC Magdeburg schlucken. Doch die leidenschaftliche Leistung der Mannschaft von Cheftrainer Rüdiger Rehm honorierten die SVWW-Fans trotz der dritten Niederlage in Folge mit Applaus – das macht Mut für die letzten vier Saisonspiele im Kampf um Tabellenplatz drei. 

Nach dem Leistungsloch in der „Englischen Woche“ war dem SVWW der Wille nach Wiedergutmachung von der ersten Minute an anzumerken. Magdeburg blieb offensiv harmlos, weil Ruprecht und Sascha Mockenhaupt FCM-Torjäger Christian Beck im ersten Durchgang im Griff hatten. Auch der SVWW tat sich trotz des engagierten Auftritts schwer, klare Möglichkeiten herauszuspielen – es wurde erst wieder kurz vor der Pause gefährlich: eine klasse Flanke des starken Moritz Kuhn brachte Manuel Schäffler im FCM-Fünfer nicht ins Netz. Nach dem Seitentausch trumpfte der FCM im Stile eines Aufstiegsfavoriten auf und machte mächtig Dampf. Mit jedem Angriff näherten sich die Gäste, die in dieser Phase zielstrebiger, zweikampfstärker und passsicherer agierten, dem SVWW-Gehäuse an. Bis es dort einschlug. Eine scharfe Hereingabe von Marcel Costly nickte Beck aus kurzer Distanz ein: 1:0 für den Favoriten. Kurz darauf verpasste der FCM-Torjäger nur knapp eine Hereingabe von Philip Türpitz. Nach einer Ecke warf Torwart Alexander Brunst schnell ab auf Türpitz, der Tobias Schwede mit einem Steilpass in Szene setzte – und der Angreifer schob zum 2:0 ins untere Eck ein. Der Frustfaktor des SVWW wandelte sich aber innerhalb von 60 Sekunden in neuen Antrieb und Hoffnung, denn Manuel Schäffler antwortete postwendend mit seinem 20. Saisontor zum 1:2 Anschlusstreffer. Der SVWW warf alles nach vorne, setzte Leidenschaft und Moral gegen die Klasse des FCM, der stabil und nervenstark verteidigte. In der Nachspielzeit hatte Magdeburg bei einem Pfostenschuss das Glück auf seiner Seite.